Sich selbst beim Surfen filmen: Tipps vom Strand aus
Um dich selbst beim Surfen zu filmen, stell ein Handy auf ein Stativ (oder gib es einem Freund) an einer erhöhten Stelle auf Höhe des Peaks, nutze das 3x- oder 5x-Objektiv mit 60 fps, fixiere Fokus und Belichtung und nimm jede Welle auf, die du fängst.
Veröffentlicht am 17. September 2026
Aufnahmen von dir selbst beim Surfen sind der schnellste Weg zu sehen, was du ändern solltest, und ein Handy am Strand reicht dafür. Den Unterschied machen der Standort der Kamera, wie ruhig sie steht und was du tatsächlich aufnimmst. So filmst du eine Session, die sich anzuschauen lohnt, mit jemandem, der das Handy hält, oder mit einem Stativ.
Jemand mit dem Handy oder ein Stativ allein
Es gibt zwei Wege, ohne jemanden zu bezahlen. Jemand am Strand mit dem Handy liefert mit Abstand die besten Aufnahmen, weil er dir folgen, beim Take-off heranzoomen und zwischen den Wellen stoppen kann. Der Haken: Diese Person verbringt eine Stunde im Sand statt im Wasser.
Ein Handy oder eine Kamera auf dem Stativ, die durchläuft und weit auf den Peak ausgerichtet ist, kostet niemanden die Session. Dafür bist du klein im Bild, treibst aus dem Ausschnitt und kommst mit einer Stunde fast leerem Ozean nach Hause, durch die du dich scrollen musst. Das funktioniert am besten an einem Spot mit einem klaren Peak und einem erhöhten Platz zum Filmen.
Der richtige Standort
Filme seitlich zur Welle, ungefähr auf Höhe der Stelle, an der sie bricht, nicht von hinter dem Peak und nicht frontal. Von der Seite siehst du deinen Stand, wie deine Füße landen und wie sich dein Körper durch einen Turn bewegt. Von hinten oder vorne bleibt das meiste davon verborgen.
Je höher, desto besser. Eine Düne, eine Ufermauer, eine Promenade oder eine Klippe lassen die Kamera über das Weißwasser schauen, damit du nicht hinter jeder gebrochenen Welle verschwindest. Geh so nah heran, wie es sicher ist, denn jeder Meter spart Zoom. Und achte aufs Licht: Gegen die Sonne gefilmt wird der Surfer zur Silhouette auf gleißendem Wasser. An Portugals nach Westen ausgerichteten Stränden filmt es sich morgens am leichtesten, mit der Sonne im Rücken der Kamera. Am späten Nachmittag filmst du direkt in sie hinein.
Die Handy-Einstellungen, auf die es ankommt
Halte das Handy quer. Nimm in 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde auf, das reicht völlig für die Analyse und lässt sich flüssig verlangsamen. Nimm 4K, wenn das Handy auf einem Stativ steht und du später hineinzoomen willst, aber rechne mit großen Dateien: Eine Stunde 4K kann je nach Bildrate zwischen 10 und 25 GB belegen.
Nutze das Teleobjektiv des Handys (meist mit 2x, 3x oder 5x beschriftet) und treib den Digitalzoom nicht weit darüber hinaus, sonst wird das Bild matschig. Sperre Fokus und Belichtung auf den Bereich im Wasser, in dem du surfst, bei den meisten Handys durch langes Drücken auf den Bildschirm. So stellt die Kamera nicht ständig auf den Schaum scharf und wird nicht bei jeder brechenden Welle dunkler.
Sieh, was du im Wasser wirklich machst
Buche jemanden, der deine ganze Session vom Strand aus filmt, an einem von sechs Spots zwischen Matosinhos und Sagres, und schau dir deine Wellen danach an.
Ruhig halten
Mit vollem Zoom wird die kleinste Handbewegung zu einem heftigen Wackeln. Ein günstiges Handystativ mit Klemme ist die mit Abstand größte Verbesserung. Wenn du aus der Hand filmst, drück die Ellbogen an den Körper oder leg das Handy auf eine Mauer, ein Geländer oder einen Rucksack. Lass die normale Bildstabilisierung an, aber verzichte auf spezielle Action-Modi, die das Bild meist beschneiden und genau den Zoom verschenken, den du brauchst.
Was du aufnehmen solltest
Starte die Aufnahme, sobald sich der Surfer zum Anpaddeln einer Welle umdreht, und lass sie laufen, bis er fällt oder aus der Welle rausfährt. Im Paddeln und im Take-off steckt die meiste nützliche Information, und genau das fehlt, wenn man erst auf Aufnahme drückt, wenn jemand schon steht.
Behalte die Waschgänge und die verpassten Wellen. Sie zeigen mehr als die beste Welle des Tages. Wähle den Ausschnitt so, dass der Surfer einen guten Teil des Bildes füllt und vor ihm etwas Platz für die Welle bleibt, und mach ab und zu eine Totale vom ganzen Line-up, damit du siehst, wo du sitzt und welche Wellen du nimmst.
Pass auf das Handy auf
Sand und Salz sind die Feinde. Steck das Handy zwischen den Wellen in einen Zipbeutel oder eine Tasche, wisch die Linse nicht mit einem sandigen T-Shirt ab und spül dir die Hände ab, bevor du es anfasst. In der Sommersonne kann ein Handy beim Filmen überhitzen und die Aufnahme ganz abbrechen. Halte es deshalb zwischen den Wellen im Schatten einer Tasche oder eines Huts und nimm für lange Sessions eine Powerbank mit.
Das Material anschauen
Schneide die Aufnahmen vor dem Anschauen in einen Clip pro Welle, sonst kommst du nie durch. Schau dir dann jede Welle mehrmals an, mindestens einmal in Zeitlupe, und halte an den entscheidenden Momenten an: wenn die Welle das Board anhebt, wenn deine Füße landen und am tiefsten Punkt deines ersten Turns. Unser Guide dazu, worauf du in deinen Surfvideos achten solltest, hat eine vollständige Checkliste.
Wann es einfacher ist, filmen zu lassen
Sich selbst zu filmen funktioniert, hat aber seinen Preis: Entweder verzichtet jemand auf seine Session, oder du bekommst weit entfernte, halb leere Aufnahmen vom Stativ. Wenn du in Portugal surfst, bucht Marola jemanden, der am Strand steht und deine ganze Session filmt, in Matosinhos, Baleal und Peniche, Ericeira, Costa da Caparica, Aljezur oder Sagres. Du surfst wie immer und behältst jede Welle.
Häufige Fragen
Wie filme ich mich allein beim Surfen?
Stell ein Handy oder eine Kamera auf einem Stativ an eine erhöhte Stelle auf Höhe des Peaks, wähle einen weiten Ausschnitt, nimm in 4K auf, damit du später hineinzoomen kannst, und sperre Fokus und Belichtung. Es hilft, an einem Spot mit einem klaren Peak zu surfen, damit du im Bild bleibst. Rechne damit, viel leeres Material herauszuschneiden.
Welchen Zoom braucht man, um Surfer vom Strand aus zu filmen?
Das hängt davon ab, wie weit draußen die Wellen brechen. Bei einem Beachbreak ein paar Dutzend Meter vor dem Strand ist das 3x- oder 5x-Teleobjektiv eines Handys brauchbar. Liegt der Peak deutlich über 100 Meter entfernt, werden Handyaufnahmen unscharf, und eine Kamera mit langem optischem Zoom ist viel besser.
Welche Bildrate ist am besten, um Surfen zu filmen?
60 Bilder pro Sekunde sind der beste Kompromiss: flüssig genug zum Verlangsamen, ohne das dunklere, rauschigere Bild, das viele Handys bei 120 oder 240 fps liefern.
Eignet sich eine GoPro, um sich beim Surfen zu filmen?
Am Board befestigt oder im Mund gehalten zeigt eine GoPro deine Füße, deine Hände und wohin du schaust, was nützlich ist. Vom Strand aus macht das Weitwinkelobjektiv den Surfer winzig, dafür ist sie also schlecht geeignet.
Wie filme ich Surfen mit dem iPhone?
Nutze das Teleobjektiv, stell das Video auf 1080p mit 60 fps (oder auf 4K, wenn du zuschneiden willst), halte den Finger auf dem Wasser gedrückt, um Fokus und Belichtung zu sperren, und stabilisiere das iPhone mit einem Stativ oder an etwas Festem. Filme im Querformat und starte die Aufnahme, sobald der Surfer eine Welle anpaddelt.